Herdendynamik bei Herden mit automatischen Melksystemen

Bei Herden, die mit einem Melkroboter gemolken werden, verändert sich die Herdendynamik leicht im Laufe der Zeit und unterscheidet sich von Herden mit einem traditionellen Melkstand. Dies liegt daran, dass der Mensch weniger eingreifen muss. Bei Tag und während des Fütterns zeigen durch Melkroboter gemolkene Kühe jedoch ähnliche Dynamiken, wie sie in traditionellen Herden auftreten.

Management, Melken

Fütter- und Liegeverhalten

Aus eigener Forschung von Lely mit Kamerabeobachtung einer per Melkroboter gemolkenen Herde über einen bestimmten Zeitraum, können wir schließen, dass auch in solchen Herden, die Kühe alle unmittelbar zu fressen beginnen, sobald frisches Futter geliefert wird. Das traditionelle “Herdenverhalten” des gemeinsamen sofortigen Fressens verschwindet nur, wenn frisches Futter kontinuierlich während des gesamten Tages zugeführt wird. Hierdurch wird gewährleistet, dass jede Kuh eine gut gemischte, ordnungsgemäß ausgewogene Ration erhält. Das Aufschütten des  Futters verleitet die Kühe ferner dazu, den Futtertrog aufzusuchen, jedoch in geringerem Maße als dies bei der Bereitstellung von frischem Futter der Fall ist. Darüber hinaus stimuliert das häufigere Füttern im Laufe des Tages sowie das regelmäßige Aufschütten des Futters einen kontinuierlicheren Strom von Kühen, sich zum Melkroboter zu begeben; dies führt zu einer optimalen Kapazitätsnutzung des Melkroboters, wie durch einen aktuellen Niederländischen Feldversuch gezeigt.



Wenn frisches Futter bereitgestellt wird, wollen alle Kühe gleichzeitig fressen.

Eine weitere Schlussfolgerung ist, dass die Kühe bevorzugt während der frühen Morgenstunden(2-6 Uhr morgens) liegen und ruhen. Dieses Verhalten bestätigt, dass auch per Melkroboter gemolkene Herden einen Stall und einen Platz am Futtertrog pro Kuh benötigen.


Nahezu die gesamte Herde ruht um 6 Uhr morgens.

Liegeverhalten und Mastisgefahr


Eine vor kurzem durchgeführte kanadische Studie untersuchte das Steh- und Liegeverhalten in einer durch einen Melkroboter gemolkenen Herde mit Bezug auf das Auftreten von Mastitis. Die Ergebnisse zeigen, dass es keinen Zusammenhang zwischen den kurzen Stehzeiten nach dem Melken und dem Auftreten von Mastitis gibt. Ein weiteres interessantes, frühere Studien bestätigendes Ergebnis dieser Studie ist die positive Beziehung zwischen der Produktions- und Liegezeit. Bei einer höheren Liegezeit wird mehr Milch erzeugt. Dies zeigt gleichermaßen den Bedarf für einen Stallplatz pro Kuh auch für durch einen Melkroboter gemolkene Herden.


Fazit

1. Stellen Sie einen Stallplatz pro Kuh sowie einen Platz am Futtertrog pro Kuh bereit.
2. Schütten Sie das Futter regelmäßig während des Tages auf.
3. Eine längere Liegezeit ist mit einem höheren Milchertrag verbunden.

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