Konferenz „Precision Dairy Farming 2016“

Am 21., 22. und 23. Juni 2016 nahm Lely an der „Precision Dairy Farming - Konferenz“ im niederländischen Leeuwarden teil. Im Rahmen von Vorträgen, Postern und Betriebsbesuchen haben wir mit Wissenschaftlern, Tierärzten und Herstellern die Entwicklung und den praktischen Einsatz von Sensoren und automatisierten Systemen zur Entlastung der Landwirte diskutiert. Letztlich ist die Sensortechnologie ein Mittel, nicht das Ziel.

Management

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Während des dreitägigen Kongresses präsentierte Lely bei mehreren Gelegenheiten verschiedene Forschungsarbeiten einem Publikum von mehr als 300 internationalen Wissenschaftlern. Die besprochenen Themen umfassten Klauengesundheit, Eutergesundheit, Ernährung/Fütterung, Stalllayout, Beweidung und Sensortechnologie. Darüber hinaus nutzte die Hälfte der Wissenschaftler die Gelegenheit zum Besuch des Milchviehbetriebes „De Deelen“ mit angeschlossener Käserei. 

Sensoren in der Praxis
Die Wissenschaftler nahmen den Besuch des Milchviehbetriebes mit angeschlossener Käserei im Rahmen dreier Workshops wahr. So konnten sie sehen und erleben, was notwendig ist, um einen Stall zu entwerfen und die Arbeit durch Management und tägliche Routinen zu erleichtern, wie Käse gemacht wird und wie Lely in solchen Systemen für die Milchqualität sorgt.

Beim praktischen Einsatz im Futtergang zeigte Rutger van de Streek, Spezialist für Melken & Kühlen beim Farm Management Support, die Umsetzung der „9 Kuhkontakte“. Im Idealfall müssen Sie während der Laktation nur 9 Mal an der Kuh arbeiten. Von der Besamung über Klauenpflege bis zum Abkalben und Trockenstellen. Aber wann ist was zu erledigen? Und wie lässt es sich so effizient wie möglich bewerkstelligen? Außer der Zentralisierung der Arbeit hilft eine Kombination aus Routinen, Stalllayout und Technologie, erklärte Rutger. „Wenn das alles gut zusammenarbeitet, können die 9 Kuhkontakte richtig und effektiv angewendet werden“, fügte Rutger hinzu.
 

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Rutger van de Streek

Die Milch, die von vier Lely Astronaut Melkrobotern ermolken wird, wird teilweise im eigenen Betrieb zu Käse verarbeitet Der Käse „Riperkrite“ sei ihre Spezialität, erklären Sietse und Hendrika de Jong. Als Landwirte und Käser wissen sie genau um die Qualität der Milch und deren Auswirkungen auf z. B. den Käse Bescheid. „Eine Änderung bei der Ration der Kühe wirkt sich letztlich auch auf den Käse aus. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass wir laufend aktuelle und genaue Zahlen kennen“, betonen Sietse und Hendrika. „Sensortechnologie hilft uns dabei, aber sie sollte sich immer im Rahmen des Praktischen bewegen.“

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De Deelen

Während des Workshops „Synergien bei Sensordaten“ diskutierte Anneke Gouw, Spezialistin für Eutergesundheit beim Farm Management Support, mit den Wissenschaftlern. Welche Sensoren befinden sich bereits im praktischen Einsatz, wie geht Lely damit um, aber vielleicht die interessanteste Frage: Was machen die Landwirte mit ihnen? Mehr ist nicht immer besser, aber der intelligente Einsatz von Sensoren ist es sehr wohl. Die Sensoren sollen alle Daten messen und sammeln, aber diese müssen in den konkreten Informationsbedarf der Landwirte übertragen werden. Durch die Verknüpfung der Sensoren sollen Synergieeffekte entstehen.

Der Kongress
Während des Kongresses präsentierten verschiedene Referenten von Lely ihre Forschungsarbeiten. Zwei davon werden nachfolgend erläutert. Anneke Gouw und Arjen van der Kamp arbeiten beide in der Abteilung Farm Management Support (FMS) bei Lely. Das Ziel der FMS-Beratung ist die Optimierung einzelner Milchviehbetriebe im Interessenschwerpunkt vor Ort. Ob es dabei um das tägliche Management, Klauen- oder Eutergesundheit geht, die Lely FMS-Beratung steht mit Rat und Tat zur Seite.

Eutergesundheit
Anneke Gouw, Spezialistin für Eutergesundheit, hat über die „Optimierung der Trockenstelltherapie durch häufige Zellzahlüberwachung“ geforscht.

In ihren Untersuchungen hat Anneke die niederländischen Richtlinien (KNMvD) in Bezug auf das Trockenstellen in Gegenüberstellung zu den Maßnahmen der Landwirte basierend auf den Ergebnissen der Milchkontrolle und der Roboterzellzahlmessung betrachtet. Ziel war es, einen Einblick zu gewinnen, wie oft Behandlungen auf Basis der aktuellen Richtlinien erfolgen und zu ermitteln, wie effizient eine Trockenstelltherapie mit oder unter Einbeziehung einer regelmäßigen Zellzahlmessung im Roboter ist.
 

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Anneke Gouw

Diese Studie stützt sich auf Daten aus fünf niederländischen Milchviehbetrieben mit einem MQC-C (Lely Zellzahlmessung) und 1.697 Trockenstellungen. Die Gesamtdauer der Messzeit variierte je Betrieb, je nach Installationsdatum des Sensors. Die Daten zu Trockenstellungsbehandlungen wurden über T4C oder andere Management-Programme mit Zustimmung der teilnehmenden Landwirte gesammelt.

Bei 65 % der Trockenstellungen erfolgte die Behandlung in Übereinstimmung mit den KNMvD-Richtlinien (Antibiotikaeinsatz bei Färsen mit >150.000 Zellen/ml und Kühen mit >50.000 Zellen/ml vor dem Trockenstellen).

Die Zellzahlmessung im Melkroboter unterstützte die Wahl der Behandlung mit dem Ergebnis, dass die Zahl der Mastitisfälle in den ersten 30 Tagen der Laktation auf nur 4,7 % halbiert wurde. Die Einsatzkriterien von Antibiotika rund um die Trockenstellphase blieb mit der Verfügbarkeit des Zellzahl-Messgeräts gleich. Das bedeutet, dass die Verabreichung von Antibiotika effektiver war, wenn eine Zellzahlmessung im Roboter vorhanden war.

Auswirkungen des Stalllayouts auf Effizienz und automatisierte Melksysteme

Arjen van der Kamp, Spezialist für Managementsysteme und Daten beim Farm Management Support von Lely, präsentierte die Ergebnisse im Zusammenhang mit Stalllayout und den Auswirkungen auf die Betriebseffizienz mit einem automatischen Melksystem (AMS) in den Niederlanden.

Arbeitseffizienz ist oft ein wichtiger Grund für die Installation eines AMS. Um zu einem einwandfrei funktionierenden AMS mit entsprechender Arbeitseffizienz zu kommen, ist das freiwillige Besuchsverhalten der Kühe im AMS von Bedeutung. Zu den Einflussfaktoren zählen, neben dem allgemeinen Management und dem Fütterungsmanagement, die Futterqualität und das Stalllayout. Die Studie umfasst 127 niederländische Milchviehbetriebe mit insgesamt 240 Melkrobotern. Darüber hinaus wurden 30 Variablen für das Stalllayout unterschieden. 
 

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Arjen van der Kamp

Beim Betrachten der Ergebnisse hob Arjen den Milchertrag pro Minute in der Melkbox und den Prozentsatz der Kühe mit einem Melkintervall über 14 Stunden hervor, weil das die wichtigsten Indikatoren für das Arbeitspensum (Arbeitseffizienz) und die potenzielle Kapazität des AMS sind. Ein genauerer Blick auf die Auswirkungen des Melkintervalls zeigt, dass beispielsweise bei Nichtvorhandensein eines Strohstalls oder eines geteilten Wartebereichs am Eingang, der Prozentsatz der Kühe mit einem Melkintervall über 14 Stunden leicht ansteigt. Daneben haben die Aufstellung des AMS parallel zum Fressgitter oder mit dem Kopf weg vom Fressgitter (+9,24 %) und Sackgassen (+2,62 %) im Stall negative Auswirkungen auf das Melkintervall.

Arjen erklärte, dass die Variablen des Stalllayouts die Leistungskennzahlen eines Milchviehbetriebs beeinflussen, aber Abweichungen hauptsächlich auf andere Variablen wie das Fütterungsmanagement zurückzuführen sind. Variablen des Stalllayouts im Zusammenhang mit einer AMS-Umgebung wie das Vorhandensein eines Strohstalls haben die stärksten Auswirkungen auf die Leistungskennzahlen. Immer wichtig ist es, den freien Kuhverkehr nicht zu behindern. Kühe haben eine Rangordnung in der Herde und rangniedrige Tiere müssen ranghohen Tieren jederzeit ausweichen können. Egal, ob es sich um den Bereich um das AMS, bei den Liegeboxen oder beim Fressgitter handelt, führte Arjen aus.

Fazit
Es ist eine Tatsache, dass Automatisierung, Sensortechnologie und Precision Dairy Farming Eingang in die Welt der Milchviehhalter gefunden haben. Es ist ebenfalls eine Tatsache, dass eine ständige Weiterentwicklung stattfindet. Es ist jedoch wichtig, dass diese Entwicklungen und damit die praktischen Anwendungen im Sinne der Landwirte sind, um gemeinsam eine nachhaltige, profitable und erfreuliche Zukunft der Landwirtschaft zu sichern. Lely ist ständig bemüht, zwischen Wissenschaft und technischen Entwicklungen auf der einen Seite und der praktischen Nutzung auf der anderen Seite Brücken zu schlagen, um Milchviehhaltern auf der ganzen Welt die Arbeit zu erleichtern.

Ein praktisches Beispiel dafür ist die Funktion „Hinweis Krankheit“ in Lely T4C InHerd, wo alle auf dem Betrieb verfügbaren Sensoren in einem einzigen Bericht zusammengefasst werden.

Lely Farm Management Support
 

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