Weidegang und Kraftfutter

Für einen erfolgreichen Weidegang in Verbindung mit dem freiwilligen automatischen Melken sind die PMR-Ration (= Teilmischration) und das Kraftfutter von wesentlicher Bedeutung. Ein großer Teil dieser Ration besteht aus Eiweiß und Energie, sowohl am Futtertisch als auch im Melkroboter. Wenn die Kühe im Frühling zum Weidegang hinausgehen, ist das ein guter Zeitpunkt, um die Arten von Kraftfutter, Rohfaser, Eiweiß und Energiequellen einer Überprüfung zu unterziehen.

Weidehaltung, Futterernte, Fütterung

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Notwendiges Gleichgewicht

Eine Ration am Futtertisch besteht etwa zu 15-17 % aus Eiweiß. Dazu füttern die meisten Landwirte Kraftfutter im Melkroboter mit 18-20 % Eiweiß. Wenn die Kühe aufgestallt sind, ist das in der Regel kein Problem. Aber wenn die Kühe auf die Weide gehen, ändert sich das. Das typische frische Gras auf der Weide enthält viel Eiweiß und wenig Rohfaser. Das verlagert sich im Verlauf der Weidesaison hin zu weniger Eiweiß und mehr Rohfaser und gegen Ende der Saison wieder zu mehr Eiweiß und weniger Rohfaser. Dieses Zusammenspiel kann zu einer (zu) hohen Aufnahme von Eiweiß und damit zu einem (zu) hohen Harnstoffgehalt bis >30 führen. Das ist per Definition nicht negativ, aber es sollte ein Gleichgewicht zwischen Eiweiß, Energie und Rohfaser herrschen. Eine Überversorgung mit Eiweiß hat nicht nur einen negativen Einfluss auf die Effizienz der Kuh, es ist auch eine unnötige Geldausgabe für (teures) Eiweiß.

Abwechslung

Der schwierige Teil ist die Überwachung dessen, was die Kühe auf der Weide fressen, weil sich das täglich ändern kann. Faktoren wie Regen, Sonne, Schmackhaftigkeit, Weidesystem/-intensität und Grassorten spielen alle eine Rolle. Darauf aufbauend müssen Sie die Ration korrigieren. Es gibt verschiedene Möglichkeiten für einen Einblick in die Futteraufnahme, aber das menschliche Auge, Kuhsignale und gesunder Menschenverstand sind gleich wichtig. 

Beobachtung

Schon ein Blick auf den Kot ein paar Mal täglich ergibt einen guten Hinweis. Sehen Sie mehr oder weniger Fasern, ist er fest oder weich? Vielleicht nehmen Sie sogar ein Sieb, um die unverdaulichen Teile der Ration zu beurteilen. Beim Beurteilen des Kots müssen Sie sich bewusst sein, dass Sie die verdaute Ration der letzten 24 Stunden beurteilen. Die Farbe des Kots sagt etwas über das Eiweiß-/Energieverhältnis aus, wenn der Harnstoffgehalt der Milch berücksichtigt wird. Ein niedriger Harnstoffgehalt der Milch in Kombination mit einer hellen Farbe des Kots zeigt einen Eiweißmangel an. Ein hoher Harnstoffgehalt in der Milch und heller Kot weisen auf eine schlechte Futterverwertung der Kuh hin, siehe auch Abbildung 1*. Wiederkauen ist aber auch ein Indikator. Kauen die Kühe ausreichend wieder? Eine geringe Wiederkauaktivität lässt auf zu wenig Rohfaser/Struktur schließen, eine zu hohe Wiederkauaktivität auf zu viel Rohfaser/Struktur.

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Figure 1

Gleichgewicht finden

Das Finden des richtigen Gleichgewichts bedeutet eine Korrektur bei Bedarf. Das Ändern des Kraftfutters vor der Weidesaison von eiweiß- zu eher stärkebetonten Sorten bildet dabei bereits die Grundlage. Das verhindert zu viel Eiweiß in der Grundration und ist gleichzeitig eine wirtschaftliche Einsparung. Außerdem ermöglicht es das Gleichgewicht des Eiweiß-/Stärkegehalts in der Ration am Futtertisch. Bei Bedarf kann der Eiweiß-/Energie-/Rohfasergehalt der Ration am Futtertisch korrigiert werden.

Zusätzlich ist es äußerst wichtig, vor dem Beginn der Saison vorbereitet zu sein. Welche Erfahrungen gab es in der Vergangenheit, was ist im Betrieb verfügbar? Wenn beim Nachlassen der Wiederkauaktivität Rohfaser erst zugekauft werden muss, ist eine sofortige Korrektur schwer. Besprechen Sie mit dem FMS-Herdenmanager und/oder ihrem Fütterungs- und Betriebsberater die optimale Vorbereitung auf die Weidesaison.

Lely FMS Betriebsoptimierung

*Source: stichtingweidegang.nl

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