• Melken
16. März09:53

Die Familie Baudoin bewirtschaftet seit vier Generationen den Bauernhof „Ferme de Mont“ in Braibant in der Provinz Namur. Neben dem Ackerbau leiten Vincent und Arnaud einen Viehbestand von etwa 600 Tieren, bestehend aus einer Holstein-Herde sowie einer Zucht- und Mastanlage für die Rasse BBB. Diese Anlage hat seit Arnauds Eintritt in den Betrieb im Jahr 2016 an Bedeutung gewonnen, mit dem Ziel, einen höheren Mehrwert für den Fleischviehbestand zu erzielen.

Vom Melkstand zum automatisierten Melken

Bis 2009 hielten sich die Milchkühe auf einem Strohboden und wurden in einem 2×5-Melkstand in Fischgrätenanordnung gemolken, der 2010 auf 2×6 erweitert wurde. Durch den Umbau des Stalls in Liegeboxen mit Spaltenboden konnten fortan etwa hundert Milchkühe untergebracht werden.

Arnaud erklärt: „Ich habe das Melken wirklich gerne gemacht, aber es dauerte täglich 5 Stunden. Eine Zeit, in der man nichts anderes tun kann. Wir hatten nur begrenzt Personal, und die Anlage von 1996 war in die Jahre gekommen. Wir hatten weder einen Kraftfutterautomaten noch einen Milchmengenmesser und somit keine Daten pro Kuh.“

Die positiven Rückmeldungen der Nachbarn zum automatisierten Melken und zur Firma Lely Center Urspelt bestärkten die Familie darin, den Schritt zu wagen.

„Das Projekt des automatisierten Melkens schwebte mir natürlich schon im Kopf herum“, verrät Arnaud, „wir hörten unsere Nachbarn sagen, dass sie es, wenn sie noch einmal von vorne anfangen könnten, ohne zu zögern und noch früher tun würden! Es war Papa, der Anfang 2022 den Anstoß gab …“, lächelt er, „innerhalb von 10 Tagen hatten wir einen Lely A5-Roboter erworben.“

Provisorische Melkroboter – eine schnelle Übergangslösung

Arnauds Ziel bei der Umgestaltung des Stalls ist es, eine mit Stroh ausgelegte Trennbox einzurichten, in der frisch gekalbte Kühe, pflegebedürftige Kühe und Jungkühe untergebracht werden können. Der einzige mögliche Standort wird jedoch vom Melkstand und dem Wartebereich eingenommen. Es muss also eine Übergangslösung gefunden werden, um während der Bauarbeiten weiter melken zu können. Zudem drohen Unwägbarkeiten, die die Installation des Roboters verzögern könnten, was angesichts der Situation und der Arbeitsbelastung für die Familie kaum vorstellbar ist.

Arnaud erzählt: „Das Lely Center Urspelt hat uns daraufhin vorgeschlagen, während der Bauzeit vorübergehend einen generalüberholten A3 (Pre-Owned, ehemals Taurus) zu installieren und ihn durch den neuen A5 zu ersetzen, sobald alles fertig ist. Das haben wir getan und bereuen es nicht. Der Wechsel der Kühe vom A3 zum A5 verlief reibungslos.“

Die Anzahl der Kühe am Melkroboter ist beträchtlich, was ihm nicht viel freie Zeit lässt und somit Stress für Vincent und Arnaud verursacht. Sie beschließen daher Ende 2025, sich einen Astronaut A5 Next anzuschaffen.

„Um den Roboter zu entlasten, wollten wir eine schnelle Lösung, bis der neue A5 Next eintrifft“, erklärt Arnaud. „Deshalb hat das Lely Center Urspelt erneut vorgeschlagen, einen provisorischen Roboter zu installieren: diesmal einen A4. Wir werden fast alle Generationen des Astronaut kennengelernt haben“, lacht er.

Umstellungen und ein lohnendes Management

Neben der Zeitersparnis durch die Roboter und der Verringerung der Belastungen und der Anstrengungen beim Melken ermöglicht die Robotisierung auch einen sehr deutlichen Anstieg der Milchleistung pro Kuh. Gleichzeitig beobachtet Arnaud einen Rückgang der Mastitisfälle.

Er erklärt: „Wir können schnell reagieren, noch bevor Symptome auftreten, zum Beispiel dank der Leitfähigkeitsmessung. Das Programm Horizon liefert uns Gesundheitshinweise, und jetzt arbeiten wir vor allem präventiv. Es ist ein intuitives Managementprogramm, und mit der App auf dem Handy ist es super einfach, Aufgaben aus der Ferne zu erledigen – es ist wirklich praktisch, das zu haben! “

Arnaud nutzt die künstliche Besamung zur Fortpflanzung des Bestands, um dessen Genetik zu verbessern, wobei er besonders auf die Melkgeschwindigkeit achtet. Er stellt fest, dass die Erfolgsquote höher ist, wenn er relativ schnell nach dem Kalben besamt. Dies bedeutet oft, dass Kühe mit hohen Milchleistungen trockengestellt werden müssen.

 „Anfangs war es etwas stressig, Kühe abzustillen, die noch viel Milch geben, aber wir haben eine gute Arbeitsmethode gefunden. Wir stellen die Kühe vier Tage lang auf Heu, wobei wir die Melkintervalle nach und nach verlängern, bis das Melken ganz eingestellt wird.“

Die Trockenstellphase ist entscheidend für die folgende Laktation. Deshalb führt Arnaud bei allen seinen Kühen systematisch eine Klauenpflege durch, um den reibungslosen Ablauf dieser Phase sicherzustellen.

Er betont: „In der Tierhaltung muss man wachsam und konsequent sein, und zwar unabhängig vom Lebensstadium des Tieres. Eine gute Betreuung und ein reibungsloser Futterwechsel sind von entscheidender Bedeutung. Das gilt bis hin zur Vorbereitung auf das Kalben – hier darf man nicht sparen!“

Einfache Überwachung auch für die Fleischkühe

Das mit den Robotern vernetzte Management-Softwareprogramm Horizon ermöglicht es Arnaud, alle Daten zu erfassen, die er für die täglichen Entscheidungen bezüglich der Milchkühe benötigt. Doch nicht nur das: Er hat die BBB-Kühe für die Zucht mit Halsbändern zur Brunsterkennung ausgestattet, um diese besser steuern zu können.

Jeder Ratschlag kann den Unterschied ausmachen

Vom Verkauf bis zur Inbetriebnahme des Roboters fühlte sich die Familie Baudoin gut begleitet und beraten.

„Man muss den Ratschlägen zur Positionierung der Roboter gut zuhören und auch viel Platz um sie herum lassen. Und wenn wir es noch einmal machen könnten? Wir würden es viel früher tun!“