Vom Melkkarussell zum automatischen Melken: 1.200 Kühe, 27 Lely Astronaut im Einsatz

1.200 Kühe, 27 Lely Astronaut im Einsatz
Tierwohl und Kuhkomfort im Mittelpunkt
Über viele Jahre war das Melkkarussell das zentrale Element im Betrieb und damit auch der Taktgeber des gesamten Stallalltags: feste Zeiten, klare Routinen und eingespielte Abläufe aber gleichzeitig auch Grenzen in Bezug auf Flexibilität und Kuhkomfort.
Der entscheidende Beweggrund für die Umstellung war der Wunsch, die Kuh noch stärker in den Mittelpunkt zu stellen.
„Let the cow be a cow“ beschreibt dabei die Grundidee hinter dem neuen System. Durch das automatische Melken können die Tiere ihren Tagesablauf freier gestalten. Die Kühe entscheiden selbst, wann sie fressen, liegen oder zum Melken gehen. Lange Wartezeiten im Wartehof entfallen.
„Gerade diese Wartezeiten bedeuten für die Tiere Stress und Unruhe im Tagesablauf“, erklärt Peters. „Mit dem automatischen Melken schaffen wir deutlich mehr Ruhe in den Gruppen und ein stabileres Umfeld für die Tiere.“

Das Ziel des Betriebs war klar definiert:
- freier Kuhverkehr rund um die Uhr
- ein stabiles und gewohntes Umfeld für die Tiere
- höchstmöglicher Kuhkomfort
- weniger Stress für Tier und Mensch
Automatisches Melken als konsequente Weiterentwicklung
Mit der Umstellung auf automatisches Melken veränderte sich nicht nur der Alltag der Kühe, sondern auch die Organisation der täglichen Arbeit.
Trotz der neuen Technik bleiben feste Zeiten und klare Strukturen auf dem Rischenhof weiterhin unverzichtbar. Entscheidend ist heute jedoch, dass die Arbeitsabläufe deutlich effizienter, ruhiger und strukturierter ineinandergreifen.
Die Einführung der Melkroboter wurde bewusst genutzt, um Prozesse neu zu organisieren und das Team stärker auf Tierbeobachtung und Herdenmanagement auszurichten.
„Die Roboter haben uns ermöglicht, Arbeit anders und gezielter zu organisieren. “, beschreibt Peters den Wandel. Besonders wichtig war dem Betrieb dabei, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das sowohl den Tieren als auch den Mitarbeitenden zugutekommt.
Impulse für die Veränderung kamen unter anderem durch Reisen in die USA sowie den Wunsch, Tierwohl und Effizienz langfristig zusammenzuführen. Für den Betrieb war damit klar: Das Melkkarussell passt langfristig nicht mehr zu den Anforderungen an Arbeitsorganisation, Tierwohl und ein modernes Herdenmanagement.
27 Lely Astronaut in Bestandsgebäude integriert
Der Umstellung ging eine intensive Planungsphase voraus. Im Fokus standen hierbei zwei Schlüsselfragen:
- Wie schaffen wir optimale Bedingungen für die Kuh?
- Wo stehen die Roboter, ohne ein neues Stallgebäude bauen zu müssen?
Die gewählte Lösung umfasst heute drei Lely Astronaut A5 Melkroboter pro Gruppe mit einer Fetch Box, die in einer Reihe entlang der äußeren Liegeboxenreihe integriert ist. Zwar gingen durch dieses Konzept pro Gruppe einige Liegeboxen verloren, aus Sicht des Betriebsleiters hat sich die Lösung jedoch bereits nach einem halben Jahr bewährt. In allen Gruppen kann nach dem gleichen Ablauf gearbeitet werden, zudem sorgt die Fetch Box dafür, dass keine Tore versehentlich geschlossen bleiben oder wieder geöffnet werden müssen.

Strukturierte Gruppen für mehr Effizienz
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor im automatischen Melken ist das durchdachte Gruppenmanagement.
Für Frischmelker wurde eine eigene Gruppe eingerichtet, in der zwei Astronaut A5 installiert sind. Hier werden Kühe bis zum 21. Laktationstag intensiv betreut und gezielt an das System gewöhnt. „Wenn die Tiere stabil laufen, wechseln sie in die großen Gruppen“, beschreibt Peters das Vorgehen.
Auch für Kühe mit nicht verkehrsfähiger Milch gibt es eine separate Lösung. Diese Tiere werden gezielt aus der Herde genommen und an einem eigenen Lely Astronaut gemolken. „Damit halten wir die Effizienz in den übrigen Gruppen hoch und gewährleisten eine enge Tierkontrolle bei diesen Special Needs Kühen“, so Marik Peters.
Digitale Unterstützung: Cow Locator im Einsatz
Um die Arbeitswege effizient zu gestalten und Unruhe in den Gruppen zu vermeiden, setzt der Betrieb auf die Kuhortung durch (Lely Cow Locator). „Für uns war das zu 100 % die richtige Entscheidung“, sagt der Betriebsleiter. Der Cow Locator ist fest in die täglichen Arbeitsabläufe integriert. Mitarbeitende können Tiere gezielt und einfach auffinden, ohne die gesamte Gruppe zu bewegen. „Wir lassen die Kühe in ihrer gewohnten Umgebung und greifen nur punktuell ein.“

Fazit: Mehr Ruhe, bessere Tiergesundheit
Die Abkehr vom Melkkarussell hin zum automatischen Melken mit 27 Lely Astronaut A5 Melkrobotern hat den Stallalltag auf dem Rischenhof spürbar verändert. Kühe bewegen sich freier, Wartezeiten entfallen und die Abläufe im Stall sind deutlich ruhiger geworden.
Für Marik Peters ist das die entscheidende Grundlage für stabile Leistungen und eine gute Tiergesundheit: „Ruhe im System ist für uns der zentrale Faktor – sowohl für die Kühe als auch für das Team. Das automatische Melken ist dafür die Grundlage.“