Das beste Futter für Ihre Kühe

Fütterungsstrategie und -management haben einen großen Einfluss auf die Leistung Ihrer Herde. Überwachen Sie ständig die verschiedenen Rationen. Fragen Sie sich selbst: Was füttere ich meinen Kühen? Reicht das aus für die Produktion? Und wie effektiv nutzen meine Kühe die gefütterte Ration? Lesen Sie mehr dazu in diesem Artikel.

Management, Fütterung

Bei den Kuhrationen unterscheiden wir vier verschiedene Arten: 

  1. Grundlage ist die errechnete Ration. Was brauchen die Kühe, um den durchschnittlichen Milchertrag zu produzieren?
  2. Die am Fressgitter tatsächlich gefütterte Ration. Stimmt sie genau mit der errechneten Ration überein?
  3. Wenn Kühe die Möglichkeit haben, suchen sie sich das Beste aus. So sehen wir die Ration, die von der Kuh gefressen wird.
  4. Die verdaute Ration. Wie effektiv haben die Kühe die Ration genutzt - die sogenannte "Futtereffizienz".

Außerdem berücksichtigen wir, dass die Kuh dazu motiviert wird, freiwillig und regelmäßig zum Melkroboter zu gehen.

1. Die errechnete Ration


Bei Anwendung der Fütterungsstrategie PMR (Teilmischration), bei der der durchschnittliche Energiebedarf minus 7 kg am Fressgitter gefüttert wird, erhalten die Kühe die restliche Energie während ihrer Aufenthalte im Melkroboter in Form von Kraftfutter.

Wie bereits erwähnt, ist eine ausgewogene Ration am Fressgitter von großer Bedeutung. Sie muss ausreichend Energie enthalten, nicht zu viel und nicht zu wenig. Sie muss ausreichend Ballaststoffe enthalten, nicht zu viel und nicht zu wenig, usw. Bei der Berechnung dieser Ration - eventuell mit der Hilfe eines Futterberaters - ist es wichtig, dass sie auf der Basis des Bedarfs der Kühe erfolgt. Dieser Bedarf hängt von verschiedenen Faktoren ab wie z.B. Milchproduktionsniveau, Alter, Reproduktionsstatus und Laktationsstufe. Abbildung 1 zeigt die Merkmale Protein, Zucker, Stärke, Ballaststoffe und Fett für die häufigsten Futtersorten. Ziel ist es, durch Mischen verschiedener Futtersorten eine optimal ausgewogene Ration, die die richtige Nährstoffmenge (Energie, Protein und Ballaststoffe) enthält, zur Verfügung zu stellen. Welche Futtersorten zur Verfügung stehen, hängt von den örtlichen Bedingungen ab.


Abbildung 1



2. Die gefütterte Ration  

Die gefütterte Ration muss gleichmäßig verteilt und gut gemischt sein, um zu verhindern, dass sich die Kühe die schmackhaftesten Teile heraussuchen. Eine solche Futterselektion kann zu großen Schwankungen beim Pansen-pH mit einem erhöhten Pansen-Azidose-Risiko führen. Sie können einen Penn State Particle Separator (Abbildung 2) einsetzen, um die Ration zu überwachen und zu bestimmen, wie viele große und kleine Partikel die gemischte Ration enthält. Durch die Kontrolle direkt nach dem Füttern und einige Stunden später erhalten Sie einen Eindruck vom Fressverhalten der Kühe. 

 
Abbildung 2

 

3. Die gefressene Ration


Außerdem ist es wichtig, dass das angebotene Futter immer frisch ist. Untersuchungen von Lely sowie unabhängige Studien (PhD Trevor DeVries; Associate Professor der Universität Guelph, Kanada) zeigen, dass sich die Fütterung kleinerer Mengen mehrmals täglich auf den Pansen-pH der Kuh positiv auswirkt. Abbildung 3 zeigt, wie sich die häufigere Fütterung auswirkt. Häufige Fütterung (rote Linie) verhindert, dass der Pansen-pH unter den Grenzwert von 5,8 sinkt. Wird nur einmal oder zweimal pro Tag gefüttert (blaue Linie), sinkt der Pansen-pH, was sich sofort auf die Futtereffizienz auswirkt.



Abbildung3

 

4. Die verdaute (fermentierte) Ration, d.h. Futtereffizienz

 

Neben einem gesunden Pansen ist die Futtereffizienz ein guter Indikator für die verdaute Ration. Eine manuelle/visuelle Beurteilung ist möglich über die Gülle. Sie können auch über das T4C Daten überwachen und Ihren Betrieb auf der Grundlage von fundierten, sachlichen Informationen leiten. Wenn Sie mit dem automatischen Fütterungssystem Lely Vector arbeiten, ist dieser Indikator ein KPI (Key Performance Indicator) im T4C. Beispiel: Bei einer Kuh, die 20 kg TM/Tag frisst und 24 kg Milch/Tag produziert, beträgt die Futtereffizienz 1,20 (24/20 = 1,20). Verbessert sich die Pansengesundheit, z.B. durch eine Änderung der Ballaststoff-, Protein oder Mischstrategie, könnte die gleiche Kuh 26 kg Milch produzieren, was zu einer Futtereffizienz von 1,30 (+10%) führt.

 

Zusammenfassung 


Richtiges Management spart Arbeit und erhöht die Gesamteffizienz. Neben dem Robotermanagement sollte es ein Futtermanagement sowie eine Fütterungsstrategie geben. Durch Beantwortung der eingangs gestellten Fragen können Sie Ihr Management ständig überwachen und da, wo es nötig ist, verbessern. Wenden Sie sich ggf. an Ihren örtlichen Futterberater oder FMS-Berater.

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