Autonome Frischgrasernte und Fütterung im Alltag: Erste Praxiserfahrungen

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11. Mai10:42

Viele Milchviehbetriebe stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Wie kann Arbeitszeit gespart werden? Wie kann man Abläufe vereinfachen und gleichzeitig die Grundfutterqualität im Blick behalten?  
Bei Arne und seiner Familie war schnell klar: Zusätzliche Arbeitskräfte sind keine langfristige Lösung, stattdessen müssen Prozesse smarter werden.
Dem Betrieb ist Automatisierung grundsätzlich nicht fremd. Nach der Integration von Lely Astronaut Melkrobotern wurde bewusst der nächste Schritt in Richtung autonomer Frischgrasfütterung mit dem Lely Exos gegangen.  

Ein Betrieb, klare Grundsätze

Der Betrieb bewirtschaftet mehrere Standorte und setzt seit Jahren auf einfache, funktionierende Konzepte.  
Technik wird auf dem Betrieb immer dann eingesetzt, wenn sie einen spürbaren Mehrwert bringt.  
Diese Haltung zieht sich bei allen Investitionsentscheidungen durch. 

Arne beschreibt diesen Anspruch sehr klar: „Wenn ich was kaufe oder was investiere, will ich eigentlich besser sein wie vorher.“ 

Dieser Grundsatz war entscheidend für den späteren Blick auf unterschiedliche Fütterungssysteme und letztlich auch für die Entscheidung zugunsten des Exos. 

 

Die Fütterung im Fokus 

Die Fütterung war im Betrieb lange bewusst einfach organisiert. Kein Mischwagen, keine komplexen Rationen auf dem Futtertisch – vielmehr robuste Abläufe, die wenig Zeit und Technik erfordern. Gerade deshalb stellte sich der Betrieb die Frage, ob automatisierte Fütterungssysteme tatsächlich zu einer Entlastung führen würden. 

Verschiedene Systeme wurden diskutiert, jedoch schnell wieder verworfen. Auch der Einsatz eines Mischwagens wurde kritisch hinterfragt. Weder eine deutliche Zeitersparnis noch eine relevante Leistungssteigerung waren für den Betrieb erkennbar. Damit fehlte die Grundlage für eine Investition.  

Die Entscheidung für den Lely Exos 

Der Impuls für den Lely Exos kam schließlich während einer Besichtigung eines laufenden Systems. Nicht die Technik an sich, sondern das Ergebnis auf dem Futtertisch überzeugte. 

Arne erzählt: Als ich die Grasqualität auf dem Futtertisch gesehen habe, habe ich gedacht: Mein lieber Mann – sowas habe ich noch nie gesehen.Dieser Eindruck war für ihn ausschlaggebend: Der Exos als System, das Ernte und Fütterung in einem Schritt zusammenführt. 

 

Der Lely Exos im Alltag 

Ein zentraler Unterschied zu anderen Konzepten liegt darin, dass der Exos die komplette Prozesskette übernimmt. Vom Mähen über den Transport bis zur Futtervorlage erfolgt alles autonom. „Er holt das Gras selbst rein und verteilt es auch autonom. Er macht die komplette Arbeit.“, beschreibt Arne. 

Seit September ist der Exos im Betrieb im Einsatz. Bewirtschaftet werden aktuell rund 28 Hektar Grünland in direkter Hofnähe. Die Einsatzzeiten richten sich nach Witterung und Bodenverhältnissen. Gerade in Phasen mit schwierigen Bedingungen zeigen sich aus Sicht des Betriebs klare Vorteile: „Gerade im Herbst, wenn alles nass ist und Schmutz dran klebt, bekommt der Exos das Reinholen von Frischgras deutlich besser gemeistert.“ 

Besonders späte Schnitte, die sonst häufig als Rundballen konserviert werden müssen und nicht immer die gewünschte Qualität liefern, lassen sich so sinnvoll nutzen.  

Erwartete Entlastung im Tagesgeschäft 

Auch wenn konkrete Zahlen zur tatsächlichen Arbeitszeiteinsparung auf Grund der geringen Einsatzdauer zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend genannt werden können, ist Arne optimistisch und hat eine klare Erwartung an den Exos: 
Ich erhoffe mir, dass ich so 20 - 25 Minuten Arbeitszeit am Tag einsparen kann.“ 

Dabei steht weniger die einzelne Minute im Vordergrund, sondern vielmehr die Entlastung im Tagesgeschäft, insbesondere in Hochphasen, wenn Zeit ein besonders kritischer Faktor ist.  

 

Kosten, Energie und wirtschaftliche Überlegungen 

Neben der Arbeitszeit spielt auch die Wirtschaftlichkeit eine Rolle. Durch den Einsatz des Exos entsteht die Möglichkeit mittelfristig Kosten für Lohnunternehmen, Häckselarbeiten sowie Silozubehör zu reduzieren.  

Arne meint erwartungsvoll: „Da bin ich gespannt, was da an Rechnungen reinkommt – oder was wir sparen.“ 

Der elektrische Betrieb des Exos und damit die Einsparung an Diesel, sowie die auf dem Betrieb vorhandene Photovoltaikanlage fließen ebenfalls in seine Kalkulationen mit ein.  

 

Ausblick: Viel Potenzial & klare Erwartungen 

Die bisherigen Erfahrungen zeigen klar: Autonome Grasernte ist kein Zukunftsthema mehr, sondern im Betriebsalltag angekommen.  

Der Blick richtet sich jetzt auf die kommende Vegetationsperiode. Gerade im Frühjahr soll der Exos sein volles Potenzial zeigen und einen noch größeren Anteil der Grünlandernte eigenständig übernehmen. „Im Mai wird das nochmal eine ganz andere Hausnummer“, sagt Arne. 
Die bisherigen Erfahrungen mit Futterqualität und Arbeitsentlastung stimmen dabei deutlich zuversichtlich. 

 

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