Lely Vector

Seit der Einführung des automatischen Fütterungssystems Lely Vector im Jahr 2012 gab es eine Reihe von Updates zur Verbesserung bei Hardware, Software und Benutzerfreundlichkeit. Mit dem jüngsten Update werden Milchvieh- und Mastrinderhaltern mehr Einblicke und Kontrolle über den Fütterungsprozess und die Ergebnisse geboten. Die gesamte Neugestaltung der Software beruht auf Erfahrungen der Benutzer. Werfen wir einen Blick auf die Highlights.

Fütterung

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Definitionen
Aus Synergiegründen mit dem Astronaut und zum leichteren Verständnis, wurden die Bezeichnungen für Gruppe und Ort geändert.
Ort (früher Gruppe) ist ein Stallbereich mit Tieren, die alle die gleiche Ration bekommen.
Futtertisch (früher Ort) ist ein bestimmter Futtertisch an einem Ort. Ein Ort kann mehrere Futtertische haben, aber nur eine Ration. In Abbildung 1 sehen Sie eine Übersicht

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Abbildung 1: Stallübersicht mit Bezeichnungen

Manuelle Aufgaben
Gelegentlich kann es vorkommen, dass der Vector nicht in der Lage war, entsprechend dem Bedarf der Tiere am Futtertisch zu füttern, z. B. wegen mangelnder Befüllung der Futterküche. Wenn an bestimmten Futtertischen das Futter knapp wird, können Sie jetzt diese Futtertische manuell kombinieren und ihnen Priorität einräumen. Voraussetzung ist, dass diese Futtertische dem gleichen Ort zugeordnet sind und somit die gleiche Ration haben. Nach dem vorrangigen Füttern an diesen Futtertischen kehrt der Vector zu den normalen Einstellungen zurück. In Abbildung 2 sehen Sie, wie die Einstellung vorzunehmen ist. Im Menü „Manuelle Aufgaben“ können Sie zwischen einer Fütterungs- oder Scan-Aufgabe wählen. Nach Auswahl einer Route sehen Sie alle Futtertische, die auf dieser Route verfügbar sind. Die Auswahl eines Futtertischs gibt Ihnen eine Übersicht, welche Futtertische kombinierbar und nicht kombinierbar (Symbol „-“) sind.

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Abbildung 2: Manuelle Aufgaben

Gegenschneide: feste Einstellungen
Aus, kurz (<5 cm), mittel (>5 cm - <10 cm) und lang (>10cm) stehen als feste Einstellungen zur Auswahl und basieren auf der Länge der Futtersorten, die in den Misch- und Fütterungsroboter (MFR) geladen werden. Auf Grundlage der gewählten Einstellungen wird automatisch bestimmt, wann (erreichte Leistungsaufnahme des Motors) die Gegenschneide wie lang und wie oft aktiv bzw. inaktiv ist. 

Feste Ladereihenfolge, zufällige Ladereihenfolge und Zugabe Kraftfutter
Eine gut und homogen gemischte Ration ist immer anzustreben. Dadurch wird gewährleistet, dass jede Kuh bedarfsgerecht gefüttert und Futterselektion so weit wie möglich verhindert wird. Ein wesentlicher Beitrag dazu besteht in der Ladereihenfolge und im Mischvorgang. Durch den Einsatz der neuen Einstellungen können Sie das je nach örtlichen Gegebenheiten genau abstimmen. Klären wir zunächst, was feste und zufällige Ladereihenfolge bedeutet. 
Bei der festen Ladereihenfolge werden die verschiedenen Futtersorten in der festgelegten Reihenfolge vom Futtergreifer geladen. Zum Beispiel zuerst die ganze Grassilage, dann die ganze Maissilage usw.
Bei der zufälligen Ladung werden die verschiedenen Futtersorten abwechselnd geladen, bis jeweils das festgelegte Gewicht jeder Futtersorte erreicht ist. Der Futtergreifer arbeitet allerdings systematisch in der festgelegten Reihenfolge der Futtersorten. Zum Beispiel ein Greifer voll Maissilage, ein Greifer voll Grassilage, ein Greifer voll Trockenschnitzel, ein Greifer voll Heu - ein Greifer voll Maissilage, ein Greifer voll Grassilage, ein Greifer voll Trockenschnitzel, ein Greifer voll Heu usw.

Es ist möglich, im MFR drei "Schichten" zu bilden. Eine untere Schicht, eine Zwischenschicht und eine obere Schicht. Das kann für Betriebe interessant sein, wo die Ration beispielsweise relativ zäh und trocken ist. In der unteren Schicht beginnt man z. B. mit Maissilage und Heu/Stroh mit „fester Ladereihenfolge“, weil hier der Schnittbedarf intensiver ist. Dann folgt die zweite Schicht („Zwischenschicht“) mit den feuchteren und schwereren Futtersorten wie Grassilage. Erstens, um die leichtere untere Schicht zu komprimieren, zweitens erfordert diese Zwischenschicht weniger Zeit für das Schneiden und Mischen. Das erfolgt mit „zufälliger Ladereihenfolge“. Bei Bedarf kann die obere Schicht beispielsweise mit Maissilage geladen werden, um noch mehr Komprimierung und Mischdruck zu erzeugen, wobei das erneut mit „zufälliger Ladereihenfolge“ geschieht. So können Sie eine Lade- und Mischreihenfolge passend für die vorhandenen Futtersorten erstellen.

Darüber hinaus ist auch der Ladezeitpunkt von Kraftfutter und/oder Mineralfutter von großer Bedeutung für eine gut gemischte Ration. Wenn diese Komponenten zu früh hinzugefügt werden, sinken die Partikel auf den Boden des MFR ab, wenn sie zu spät hinzugefügt werden, werden sie nicht mehr gut eingemischt. Da keine Ration gleich ist, kann ein Prozentsatz des gesamten Ladevolumens (in kg) festgelegt werden, ab dem Kraftfutter und/oder Mineralfutter hinzugefügt werden soll. Außerdem kann bei der „zufälligen Ladereihenfolge“ Kraftfutter hinzugefügt werden, während der MFR geladen wird. Dadurch wird gewährleistet, dass der Futtergreifer nicht warten muss, und die gesamte Lade- und Mischzeit verringert sich.


Unterbrochenes Füttern als Standard
Der Vector prüft ständig, ob bestimmte Futtertische auf einer Route zur Effizienzsteigerung kombiniert werden können. Dabei kontrolliert er die letzten verfügbaren Scan-Daten (Scanhöhen) der Futtertische. Falls keine anderen Futtertische frisches Futter benötigen, erhöht der Vector die Mindestfutterhöhe um 25 %. 
Beispiel: die Mindestfutterhöhe ist auf 25 mm eingestellt. Nach den letzten Scan-Daten besteht ein Bedarf an Futtertisch 1 (Futterhöhe < 25 mm). Aber an Futtertisch 2 beträgt die Futterhöhe 27 mm, daher kein Bedarf. Der Vector erhöht nun die Mindestfutterhöhe um maximal 25 %, daher werden aus 25 mm nun 31 mm. Das bedeutet, dass es jetzt einen Fütterungsbedarf an Futtertisch 2 gibt, weil die letzten Scan-Daten nun unter dem neuen Grenzwert liegen. Aufgrund dieser Neuberechnung kommt es zu einer Kombination von Futtertisch 1 und 2 und zur Steigerung der Effizienz.

Zusätzliche Futterhöhe 
In erster Linie füttert der Vector automatisch nach Bedarf, aber manchmal kann es vorkommen, dass Sie vorübergehend die Futtermenge am Futtertisch erhöhen oder verringern möchten. Zum Beispiel, wenn die Kühe nach dem Weidegang zurückkommen, aber auch vor der Reinigung und Befüllung der Futterküche kann eine Erhöhung der Futtermenge wünschenswert sein. Andererseits möchten Sie vielleicht die Futtermenge verringern, beispielsweise bevor der Futtertisch gereinigt wird oder wenn die Kühe auf die Weide gehen. Es können bis zu drei zusätzliche Futterhöhen über T4C eingestellt werden (Vector > Futtertisch). Diese gelten für einen jeweils eingegebenen Zeitraum (Abbildung 3), außerhalb dieser Zeiträume gelten die Standardeinstellungen.
 

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Abbildung 3

Ausbringmenge pro Futtertisch
Bisher haben die Einstellungen „Futterhöhe“ und „Ladelimit pro Gruppe“ die auszubringende Futtermenge berechnet, die an einem Futtertisch gefüttert werden konnte. Aufgrund des Updates wurden diese Einstellungen durch „Ausbringmenge pro Futtertisch“ ersetzt. Diese Einstellung wird in T4C vorgenommen, wo die genaue Ausbringmenge (in kg) pro Futtertisch eingestellt werden kann. Dadurch wird die Kapazität erhöht und die Benutzerfreundlichkeit verbessert (siehe Abbildung 4).
 

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Abbildung 4

Time-out Küchenbefüllmodus
Die Möglichkeit, das Vector-System anzuhalten, bestand schon bisher. Beispielsweise, um die Futterküche zu befüllen oder den Futtertisch zu reinigen. Es ist jedoch wichtig, den Vector anschließend manuell wieder zu aktivieren. Dank des „Time-out Küchenbefüllmodus“ erhält der Landwirt nach einem Zeitraum x eine Meldung zur Erinnerung, dass der Vector immer noch außer Betrieb ist. Dieser Zeitraum kann per Mobilgerät mit der Lely Control App über das Menü „Einstellungen“ gefolgt von „Max. Küchenzeit“ eingestellt werden.

Insgesamt stellt dieses Update eine entscheidende Verbesserung für die Benutzerfreundlichkeit, die täglichen Routinen, die Einstellungen und die Analysen dar. Dazu trägt auch wesentlich bei, dass die Berichte 76, 77, 78 und 79 gemeinsam mit den neuen und verbesserten Einstellungen in T4C verfügbar sind. In einem späteren Artikel gehen wir näher auf diese Berichte ein.

FMS Betriebsoptimierung
 

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