Mastitisprobleme lösen...

Lely Astronaut - Lösungen für Euterentzündungen im Zusammenarbeit mit den beteiligten Interessensgruppen. Mastitis ist eine Entzündung des Euters, die sich auf einen großen Anteil der Milchkühe in aller Welt auswirkt.

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Mastitis ist eine Entzündung des Euters, die sich auf einen großen Anteil der Milchkühe in aller Welt auswirkt. Mastitis unterscheidet sich von anderen Tierkrankheiten darin, dass mehrere verschiedene Arten von Bakterien in der Lage sind, im Euter eine Entzündung auszulösen. Diese Erreger dringen durch den Zitzenkanal in das Euter ein, vermehren sich und produzieren schädliche Substanzen, die zu einer Entzündung, einer geringeren Milchleistung und einer veränderten Milchqualität führen. Mastitis führt in der Milchwirtschaft weltweit zu sich wiederholenden wirtschaftlichen Verlusten. Eine bakteriologische Diagnosis und richtige Auswahl an Antibiotika auf der Grundlage des Antibiogramms sind für eine rationale und effektive Behandlung einer Mastitis wesentlich. Die Überwachung des Erfolgs der Behandlung ist ebenfalls von Bedeutung. 

Mentalität von Landwirten  

Mastitis ist eine teure Krankheit (Halasa et al., 2007). Im Durchschnitt liegen in den Niederlanden die durch eine Mastitis verursachten Verluste zwischen €53 und €182 je subklinischem Fall (Huijps et al., 2008). Neben den wirtschaftlichen Verlusten führt eine Mastitis beim Landwirt auch zu Frustration, zu einem Rückgang des Wohlbefindens der Tiere und zu einem erhöhten Risiko für Antibiotikarückstände. Eine übermäßige Nutzung von Antibiotika in der Tierhaltung wird auch in zunehmendem Maße als Bedrohung der öffentlichen Gesundheit betrachtet, weil sie zur Entwicklung zahlreicher resistenter Bakterienstämme führt. Sowohl für die Vorbeugung von Mastitis als auch für die Behandlung ist es entscheidend herauszufinden, welcher Erreger das Problem verursacht.   

Die beste Art zur Vorbeugung von Mastitis ist die konsequente Umsetzung effektiver Managementpraktiken, wie die Optimierung der Fütterung, der Wirtsresistenz, der Umgebungsbedingungen, der Melkanlagen, der Melktechnik und der Hygiene (Huijps et al., 2010; LeBlanc et al., 2006). Außerdem sind der richtige Umgang mit Daten und die Zielsetzung bei Präventionsprogrammen wesentlich. Eine Zunahme von Mastitisfällen tritt entweder bei einer Erhöhung des Infektionsdrucks oder bei einem Rückgang der Widerstandsfähigkeit der Kuh auf. Letzterer kann von Faktoren verursacht werden, die außerhalb der Kontrolle des Landwirtes liegen, aber im Allgemeinen deutet dies darauf hin, dass das Betriebsmanagement nicht optimal ist. 

Teamwork ist Dreamwork

Tierärzte können bei der Kommunikation zur Eutergesundheit eine wesentliche Rolle spielen. Ein regelmäßiger Kontakt zwischen Tierarzt und Landwirt ist ein wichtiger Faktor, auf Grund der Häufigkeit der Besuche. Weitere Aspekte sind die Vertrautheit mit dem Kontext, den persönlichen Eigenschaften, Vorlieben, Ansichten, Zielen und Kompetenzen des anderen, die im Laufe der Jahre aufgebaut wird, und das Vertrauensverhältnis, das sich entwickelt. Um effektiv zu sein, sollte ein Krankheitsprogramm mehr tun, als nur technische Informationen über beste Managementpraktiken zu verteilen. Die Prävention komplexer Krankheiten, wie Mastitis, erfordert maßgeschneiderte Kommunikationsstrategien sowie einen integrierten Ansatz zwischen verschiedenen Interessengruppen und wissenschaftlichen Disziplinen. Beispielsweise FMS-Support, TSS-Support, Unterstützung von Fütterungsberatern und Tierärzten. Solche Programme müssen durch eine Kombination mehrerer strategischer Maßnahmen zur beständigen, langfristigen Änderung des Betriebsmanagements beitragen. Dinge wie der Milchpreis, Milchquoten und finanzielle Anreize für Milchqualitätsnormen, wie Boni und Strafzahlungen, wirken sich stark auf die Denkweise von Landwirten aus. Daher sollte berücksichtigt werden, dass Landwirte Teil eines weiten gesellschaftlichen und institutionellen Kontextes sind und von ihm beeinflusst werden (Jansen, 2010). 

Subklinische und klinische Mastitis

Eine subklinische Mastitis wird am häufigsten durch die Erkennung des Entzündungsprozesses im Euter durch die Untersuchung einer Milchprobe erkannt. Bei den somatischen Zellen handelt es sich hauptsächlich um Leukozyten und Epithelzellen. Eine Zunahme der SZZ sagt uns etwas über neu infizierte Kühe. Wir betrachten Tiere mit weniger als 200.000 Zellen/ml als eutergesund. Bei Färsen beträgt die Schwelle 100.000 Zellen/ml.
Mastitis kann entweder als klinisch oder als subklinisch definiert werden. Die Erkennung der klinischen Mastitis basiert auf drei Parametern: 

Stufe 1: Mild. Die Milchsekretion ist verändert.
Stufe 2: Mittelschwer. Die Milchsekretion und die Milchdrüsen sind verändert. 
Stufe 3: Schwer. Die Milchsekretion, die Milchdrüsen und der allgemeine Gesundheitszustand sind verändert.

Eine Probenahme für die mikrobiologische Analyse ist die einzige wirklich diagnostische Methode, welche die Erkennung des Erregers ermöglicht, der die Krankheit verursacht. Dies bietet uns die Möglichkeit, anhand des Ergebnisses ein Ansatz zur Bekämpfung zu erstellen (Behandlung, Impfung, Umstallung/ Selektieren, Merzen). Man kann die Checkliste ‚Übersicht SZZ Problembetriebe‘ (LelyNet) als Leitfaden verwenden. Milchviehwirte sollten eng mit dem Tierarzt zusammenarbeiten, um bei der Entwicklung von Behandlungsprotokollen zu helfen, eine angemessene Medikamentenverwendung zu beaufsichtigen und den Erfolg der Behandlung zu überwachen.

So entnimmt man eine Milchprobe für die Erregerbestimmung

Die Qualität der Ergebnisse der im Labor eingereichten Milchproben hängt zum großen Teil von der Qualität der ursprünglichen Probe ab. Es wird geraten, eine Milchprobe von jedem betroffenen Viertel mindestens 6 Stunden nach der letzten Melkung zu entnehmen und zwar in einem relativ sauberen Bereich. Normalerweise müssen je Betrieb mindestens zehn Proben entnommen werden, um einen Hinweis darauf zu geben, welcher Erreger die Krankheit verursacht. 
Die Zitzenspitze ist häufig durch verschiedene Umweltkeime und durch eine Reihe an Zitzenhautbewohnern stark kontaminiert. Jedoch sind sie nicht unbedingt die Ursache für die Mastitis, daher müssen die Proben vorsichtig entnommen werden.

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  1. Nach dem Anziehen der Handschuhe die Zitzen mit einem sauberen Handtuch abreiben. Ein paar Spritzer Milch (vier bis sechs) in einen Vormelkbecher geben, um die Nicht-Mastitis-Bakterien aus dem Zitzenkanal herauszuspülen. Man sollte auch jedes Viertel auf anomale Milch überprüfen.  
  2. Die gesamte Zitze mit einem Desinfektionstuch reinigen. Beim Desinfizieren der Zitzen sicherstellen, dass man mit der Zitze aufhört, die einem am nächsten ist, um zu verhindern, dass sie durch den Kontakt mit Handgelenk oder Ärmel kontaminiert wird. Dabei den Zitzenenden besondere Aufmerksamkeit schenken. 
  3. Etwas Milch in das Proberöhrchen melken, ohne dass das Röhrchen in Kontakt mit der Zitze kommt. Dabei muss das Proberöhrchen in einem Winkel von 45 Grad zur Zitzenspitze gehalten werden, um eine Verschmutzung durch Mist oder Einstreupartikel zu vermeiden. Das Proberöhrchen höchstens zu drei Vierteln füllen. 
  4. Dann die Kappe wieder aufsetzen und darauf achten, dass die Innenseite nicht verschmutzt wird. Nach der Probenahme ist es wichtig, die gesamte Zitze in eine Desinfektionslösung zu tauchen. Das Datum, die Nummer der Kuh und des Viertels, aus dem die Probe entnommen wurde, auf das Proberöhrchen schreiben. Dann die Proben schnell in den Kühlschrank oder Kühler stellen. 

Zusammengefasst: Tierärzte spielen bei der Kommunikation über die Verbesserung der Eutergesundheit eine wesentliche Rolle. Eine Probenahme für die mikrobiologische Analyse ist die einzige wirklich diagnostische Methode, welche die Erkennung des Erregers ermöglicht, der die Krankheit verursacht. Im nächsten Artikel berichten wir mehr über kontagiöse Erreger (kuhassoziiert) und Umwelterreger und geben auch einige praktische Ratschläge zur Verhinderung der Infektion durch diese Erreger.  

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