Verwendung der Milchtemperatur in der Praxis

Sven Klingemann und seine Familie besitzen einen Betrieb in Schneeren, Neustadt, Deutschland, mit 145 Holstein Friesian Milchkühen (einschließlich Trockensteher). Im Dezember 2010 nahmen sie zwei Lely Astronaut A3 Next Melkroboter in Betrieb. In Zukunft möchten sie den Betrieb mit zwei weiteren Melkrobotern erweitern. Geringerer Platzbedarf und geringere Arbeitsbelastung waren die zwei Hauptgründe, um sich für die Automatisierung zu entscheiden. Im Moment arbeiten Sven und sein Vater Vollzeit im Betrieb. Svens Frau und seine Mutter arbeiten beide weniger als 50% im Betrieb. Außerdem gibt es zwei Auszubildende, die aber auch zur Schule gehen. Im Betrieb wird die Milchtemperatur in T4C aktiv genutzt, da sie ein Indikator für die Körpertemperatur der Kuh ist.

Management, T4C & InHerd, Cow health, Melken


Vorstellung Wirths


In Engelskirchen, Deutschland, befindet sich der Betrieb von Andreas Wirths. 1997 übernahm er den Betrieb mit 70 Milchkühen. 2011 begann er mit dem Robotermelken. Mit den Lely Astronaut A4 Melkrobotern werden die Arbeitszeiten viel flexibler und Andreas hat mehr Zeit für die Familie. Heute halten sie 110 rotbunte und schwarzbunte Holstein-Friesian Milchkühe. Andreas arbeitet Vollzeit auf dem Betrieb zusammen mit einem Mitarbeiter. Innerhalb des Managements verwendet er die Milchtemperatur um die Gesundheit seiner Kühe zu überwachen, da sie ein guter Indikator für die Körpertemperatur der Kuh ist.

Das Management konzentriert sich auf Blockabkalbung. Zwischen August und Dezember kalben alle Kühe. Das bedeutet, im Sommer ist der Landwirt weniger mit Abkalbungen und Besamungen beschäftigt. Das gibt ihm die Gelegenheit für Urlaub mit seiner Familie, da er dies in dieser Zeit nicht berücksichtigen muss. Somit kann ein Mitarbeiter den Betrieb leichter übernehmen. Der Landwirt sagt auch, dass es weniger Probleme mit der Hitze im Sommer gibt, wenn zu dieser Zeit keine Besamungen oder Abkalbungen stattfinden.

Verwendung der Milchtemperatur im Betriebsmanagement


Im täglichen Management verwenden Andreas und Sven die Milchtemperatur um herauszufinden, welche Kühe Aufmerksamkeit benötigen. Sven macht eine Sichtkontrolle bei einer Kuh, wenn sie 40°C erreicht oder übersteigt oder 39,5°C bei Kühen zu Beginn der Laktation. Trends bei der Milchtemperatur werden nur bei Kühen überwacht, die Sven bereits im Blick hat. Andreas verwendet einen allgemeinen Schwellenwert von 39,5°C für die gesamte Herde. Beide Landwirte sagen, dass neben den Milchtemperaturwerten auch Werte wie Gewicht, täglicher Milchertrag und die Abweichung im Milchertrag berücksichtigt werden, bevor Maßnahmen ergriffen werden.

Die Milchtemperatur ist in bestimmte T4C Berichte integriert, die Sven täglich kontrolliert. Im Fall von Kühen mit Mastitishinweisen kontrolliert Sven die Milchtemperatur zweimal täglich. „Kühe mit Mastitis werden per Definition nicht früher mit der Verwendung der Milchtemperatur entdeckt, sie wird aber als zusätzliches Teil zum Puzzle benutzt, um herauszufinden, was mit der Kuh passiert“, sagt Sven.

Bei Ketose und Azidose ist es umgekehrt. Sven prüft die Milchtemperatur und kombiniert sie mit anderen Parametern wie Abweichung beim Milchertrag, Leitfähigkeit und Farbe, um zu bestätigen, ob die Kuh visuell überprüft werden muss. Sven erklärt: „Ein Bluttest bestätigt, ob die Kuh Azidose oder Ketose hat. Wir finden mehr Kühe mit Ketose und Azidose und wir finden sie auch früher, wenn wir die Milchtemperatur verwenden“.

Im Falle eines Mastitishinweises wird die Milchtemperatur immer von Andreas in T4C geprüft, als Bestätigung, ob die Kuh sicher Mastitis hat oder nicht. „Mit der Verwendung der Milchtemperatur finde ich mehr Kühe mit Mastitis, da ich allgemein zuerst einen Anstieg bei der Milchtemperatur sehe; eine Melkung später hat die Kuh auch einen Mastitishinweis.“ Im Fall von Ketose und Azidose nutzt Andreas mehr die Abweichung beim Gewicht der Kühe anstatt die Milchtemperatur. „Nach dem Abkalben kann die Milchtemperatur niedrig sein, aber ich überwache diese sehr genau“, sagt Andreas. „Besonders bei Nachgeburtsverhalten wird der Trend der Milchtemperatur ungefähr zwei Wochen überwacht.“

 

Routine in T4C


Sowohl Sven als auch Andreas prüfen die Milchtemperatur der Hinweiskühe zweimal täglich. Sie suchen nach Informationen über Kühe mit Abweichungen im Milchertrag und zu ihrer Milchtemperatur, die Laktationstage, Anzahl der Melkungen, täglicher Milchertrag und die Uhrzeit des letzten Melkbesuchs. „Ich fange hier an und gehe dann zur Kuhkarte, um weitere Informationen über diese Kuh zu finden und um herauszufinden, ob sie meine Aufmerksamkeit benötigt.“ so Sven. Auch Andreas nutzt die Milchtemperatur in T4C um zu prüfen, ob etwas mit den Kühen passiert. „Neben meinem benutzerdefinierten Bericht, benutze ich noch den Standardbericht 12 - Aktion Eutergesundheit um meine Hinweiskühe zu finden“, bemerkt Andreas.

 

Kosteneinsparung


„Die Verwendung der Milchtemperatur in meinem täglichen Management hat mir keine Tierarztkosten gespart“, sagt Sven, „aber Arbeit schon.“ Bevor wir das Melken mit den Melkrobotern begonnen haben, wurde täglich die Temperatur aller Kühe in den ersten 20 Tagen der Laktation gemessen. Heute sparen die Roboter Zeit, weil sie das täglich automatisch machen.“
Andreas bemerkt auch, dass die Temperaturanzeige in seinem Betrieb Kosten spart. „Ich erkenne die Kühe früher, die meine Aufmerksamkeit benötigen.“ „Ich bin in der Lage, direkt darauf zu reagieren, was zum Beispiel zu einem geringeren Abfall bei der Milchleistung führt.“ „Je früher ich diese Kühe entdecke, desto größer der Nutzen der Verwendung der Milchtemperatur.“

 

Was können wir lernen?


„Für mich ist die Milchtemperatur sehr wertvoll.“ erklärt Sven. „Ich finde die Messung wirklich gut und verwende sie in Kombination mit anderen Parametern. Ich würde die Milchtemperatur definitiv vermissen, wenn sie nicht mehr da wäre.“
Andreas bestätigt das: „Ich kann nur empfehlen, die Milchtemperatur zu benutzen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie jemand nicht benutzen würde. Ich erkenne „Hinweiskühe“ durch die Verwendung der Milchtemperatur früher“.

Auf die Frage, wann die Milchtemperatur nicht verwendet wird, haben beide Landwirte gleichermaßen geantwortet. „Im Winter können wir sehr gut mit der Milchtemperatur arbeiten, aber im Sommer ist die Milchtemperatur bei mehr Kühen bereits höher. Dann wird sie weniger verwendet. Auch bei Kühen mit einem Milchertrag von weniger als 10 kg ist sie weniger brauchbar.“

Lely Farm Management Support

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