In der Tierhaltung sind die repetitiven und täglichen Arbeiten sehr zeitraubend. Eine gut gesteuerte Automatisierung für die Fütterung und das Melken kann den Arbeitsaufwand spürbar reduzieren und den Anteil der Milch, die mit den Grundfutterrationen produziert wird, erhöhen. Zudem ist die tägliche Überprüfung in Echtzeit des Gesundheitszustands der Tiere ein Plus.

 

Die neue Stallanlage von Familie Dürrenmatt in Muri AG besticht auf Anhieb durch ihre Funktionalität, das Volumen und die Helligkeit. Ein Astronaut A5 Melkroboter sowie ein Lely Vector Fütterungssystem komplettieren die Betriebsausstattung. Das Ehepaar Dürrenmatt hat drei Kinder im Teenageralter. Unterstützt von zwei Lehrlingen versorgt die Bauernfamilie das Milchvieh, betreibt eine Schweinemast und Ackerbau. Mit einem guten Hofmanagement können die Dürrenmatts den Hof rationell bewirtschaften und das Tierwohl optimieren. Die betriebseigenen Futtermittelproduktion in einem möglichst geschlossenen Kreislauf hat für sie Vorrang.

Gesundheits- und Brunstüberwachung
Jede Milchkuh trägt an der linken Seite ihres Halsbandes einen Responder-Sensor. Auf diese Weise können die Tiere identifiziert und die genauen Daten wie Fresszeiten, Wiederkäuverhalten oder auch aktive Phasen und Stress ermittelt werden. «Mit den gesammelten Informationen erreiche ich bei der ersten Besamung eine viel höhere Trächtigkeitsrate als vorher», erklärt Markus Dürrenmatt. Während der Brunstzeit kaut eine Kuh viel weniger, zudem erkennt das System auch jene brünstigen Tiere, bei denen entsprechende Signale weniger gut erkennbar sind. Der optimale Moment zur Besamung wird ebenfalls durch das System angegeben. Zudem werden mit der Echtzeitdatenerfassung auch die Rinder und die Galtkühe live überwacht.

Tierwaage zur Früherkennung
«Der neue Astronaut A5 Melkroboter hat dank grossen technischen Fortschritten nicht mehr viel mit dem A3 Modell zu tun, das wir zuvor 14 Jahre lang verwendet haben. Die Präzision und Geschwindigkeit der Anhängung der Becher ist viel besser geworden. Die Tiere können sich im Bereich des Melkroboters frei bewegen. Das IFlow Konzept regt die Tiere an, den Melkroboter öfter aufzusuchen. Selbst Kühe nach dem ersten Abkalben suchen den Roboter oft bereits nach zwei Tagen ohne jegliches Zutun selber auf», berichtet Markus Dürrenmatt. Dank der Tierwaage im Roboter wird das Gewicht der einzelnen Tiere aufgezeichnet. Zu starke Gewichtsabnahmen, speziell in der Startphase, werden frühzeitig erkannt und durch entsprechendes Handeln können Stoffwechselerkrankungen (Bsp. Ketose) und deren Folgekosten verhindert werden. Die Überwachung von Milchtemperatur und Milchinhaltstoffen (Fett / Eiweiss/ Laktose) ist auch wichtig für das Herdenmanagement. «Damit alles rund läuft müssen die Fütterung, das Tierwohl und der Roboter passen», weiss Markus Dürrenmatt. Auf dem Betrieb tragen auch die Jungtiere ab Geschlechtsreife einen intelligenten HR-LDn Responder. Damit ist bereits beim Jungvieh eine optimale Brunstüberwachung gewährleistet.

Frischfutter
Für Markus Dürrenmatt ist klar: «Mit dem neuen Fütterungsroboter erhalten die Tiere mehrmals täglich eine bedarfsgerechte Frischfutterration. » Der Vector ist mit einem Futterhöhensensor versehen und verteilt nur wenn nötig frisches Futter an der Krippe. «In der alten Stalleinrichtung war es nicht möglich, täglich mehrere verschiedene Futterrationen mit dem Mischwagen zuzubereiten », führt Claudia Dürrenmatt aus. Der Fütterungsroboter bedeutet nun eine grosse Zeitersparnis. Die höheren Drehzahl der Schnecke beim Vector der neusten Generation (M2) verbessert die Misch- und Schnittqualität des Futters. Der Mischbehälter wird dank dem neuen «Helikopter-Modus » nach jeder Mischung vollständig und sauber entleert. Bei der Zubereitung wird die genaue Menge jeder Futterkomponente hinzugefügt, um die berechnete Ration zusammenzustellen. «Im neuen Stall habe ich dank Vector und Astronaut die Kraftfuttermenge um vier Kilo pro 100 Liter Milch reduziert. Dazu hat die TS-Aufnahme zugenommen und die Milchproduktion ist gestiegen», so das Fazit von Markus Dürrenmatt, der zudem viel Wert auf das Fütterungsmanagement und die Tiergesundheit legt.

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