Astrid Brandl in ihrem Pachtstall, im Hintergrund ein Lely Astronaut Melkroboter, aufgenommen im Rahmen einer Betriebsreportage
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202622. Sept.12:18

Automatisches Melken am zweiten Standort

Wie kann ein zweiter Standort Entlastung für den Stammbetrieb schaffen? Die Timmering-Brandl Milch KG aus Badbergen setzt dafür auf drei Lely Astronaut A5 in einem Pachststall und viel Platz für die Kühe des Betriebes. 

Vom Einzelbetrieb zum Verbund mehrerer Standorte

„Wir sind da so reingerutscht“, sagt Astrid Brandl und beschreibt damit die Entwicklung der Timmering-Brandl Milch KG aus Badbergen. Bereits 2011 eröffnete sich mit der Zupacht eines Betriebes inklusive der Flächen die Möglichkeit, das Jungvieh auszulagern und die frei gewordenen Stallplätze für melkende Kühe zu nutzen.
Über die Jahre kamen weitere Pachtställe hinzu. Heute ist das Jungvieh an fünf Standorten untergebracht. Rund 1.150 Stück Jungvieh gehören zum Betrieb, die Vermarktung von Färsen ist dabei ein wichtiges Standbein. Parallel dazu wurde auch am Hauptstandort weiter ausgebaut. Die Herde der Timmering-Brandl Milch KG wuchs nach und nach auf fast 700 melkende Kühe.

Ein zweiter Standort zum Melken

2023 bot sich dem Betriebsleiter-Trio eine neue Möglichkeit: Ein Berufskollege bot einen nur drei Kilometer vom Stammbetrieb entfernten Boxenlaufstall zur Pacht an. „Für uns war zu dem Zeitpunkt klar – wir müssen Entlastung für unseren Stall schaffen und an einem zweiten Standort melken“, sagt Astrid Brandl. Denn weiteres Wachstum war am Stammbetrieb aufgrund der Emissionen nicht mehr möglich.
Für alle Beteiligten stand schnell fest: Der zweite Standort sollte mit automatischem Melken betrieben werden. Dabei hatte sich Astrid Brandl zuvor noch gar nicht intensiv mit dem automatischen Melken beschäftigt. Heute bezeichnet sie sich selbst als „größten Fan der Melkroboter“. „Ich habe die Selbstorganisation der Kühe komplett unterschätzt, du kommst in einen Melkroboterstall und nimmst einfach nur Ruhe wahr.“
Für die praktizierende Tierärztin waren bei der Planung vor allem zwei Punkte wichtig: viel Platz vor den Robotern und das Melken mit Kontakt zur Herde.

Viel Platz für freie Kuhbewegungen

Noch während der Planungsphase ergab sich die Zupacht eines weiteren Betriebes. Der dortige Stall eignete sich deutlich besser für das automatische Melken – deshalb wurden die bisherigen Pläne angepasst. Heute befindet sich dort eine große Gruppe mit 155 Tieren. Zwei Lely Astronaut A5 wurden vor dem Giebel platziert. Ein ehemaliger Strohbereich wurde zu einem großen Laufhof umfunktioniert. Dadurch entstanden rund sieben Meter Bewegungsfläche vor den Robotern – ein wichtiger Punkt für die freie Bewegung und Selbstorganisation der Kühe.

Die Reinigung des planbefestigten Bereichs übernimmt ein Lely Discovery Collector.

Ein dritter Melkroboter fand wenige Monate später seinen Platz im ehemaligen Melkstand. Dort entstand ein großzügiger Selektionsbereich mit Rundlauf, sodass die Tiere aus der Selektion selbstständig wieder zum Melkroboter gelangen können. „Wir würden heute alles genau wieder so planen“, sagt die Betriebsleiterin. Noch vor der Inbetriebnahme der Melkroboter wurde der Stall saniert und um eine weitere Liegeboxenreihe erweitert. Heute stehen dort 160 Kuhplätze zur Verfügung.

Zwei Standorte – ein Herdenmanagement

Zum Start des automatischen Melkens zogen zunächst Zweitkalbskühe vom Stammbetrieb in den Pachtstall. Bewusst verzichtete die Familie darauf, Färsen dort unterzubringen – schließlich ist die Färsenvermarktung ein fester Bestandteil des Betriebskonzepts. Heute melkt der Betrieb rund 60 Kühe mehr als vor der Automatisierung und hat dafür neue Arbeitsabläufe entwickelt.

„Wir haben den Vorteil, dass das für uns zwei getrennte Systeme sind“, erklärt Astrid Brandl. Am Standort der Melkroboter unterstützt der Verpächter den Betrieb personell. Einmal täglich kommt zusätzlich jemand vom Stammbetrieb zur Gesundheitskontrolle und für Besamungen vorbei. „Das funktioniert für uns sehr gut“, sagt die Betriebsleiterin.

Schritt für Schritt weiter automatisieren

Auch am Stammbetrieb soll das automatische Melken künftig Einzug halten. Dafür werden aktuell verschiedene Möglichkeiten durchdacht und geplant. „Für mich überwiegen die Vorteile ganz klar, auch wenn wir hier aktuell ein gutes System fahren und bereits dreimal täglich melken“, sagt Astrid Brandl.

Dabei steht für sie eine Sache im Mittelpunkt: „Ich möchte für unsere Bestandsgebäude eine optimale Lösung finden und möglichst keine Kompromisse eingehen.“
Das Ziel ist klar: maximale Freiheit und Selbstorganisation für alle Kühe.

 

Suchst auch Du eine Möglichkeit Deinen Betrieb weiterzuentwickeln? 

Familie Timmering-Brandl hat die optimale Lösung für die Weiterentwicklung ihres Betriebes gefunden - Du suchst vielleicht aber noch eine Lösung für Deinen Betrieb? Lass Dich gerne im Bereich der Stalllayouts von verschiedenen Umbaulösungen inspirieren. Familie Kehlbeck kann mit dem Schritt in die Automatisierung heute ihr Bestandsgebäude optimal auslasten und auch Familie Kuhlmann aus Damme hat mit dem Schritt in die Automatisierung des Melkens und Fütterns ihren Betrieb für die Zukunft aufgestellt. 

Du hast weiterführende Fragen? Melde Dich gerne bei uns und wir schauen vor Ort, welche Lösung zu Deinem Betrieb passt. 

Eindrücke des Projektes

Lely Discovery Collector bei der Reinigung eines Außenlaufhofes, aufgenommen im Rahmen einer Betriebsreportage
Landwirtin sitzt am Stall-PC und hat Lely Horizon geöffnet, aufgenommen im Rahmen einer Betriebsreportage
Futtertisch eines Boxenlaufstalles, im Hintergrund ein Lely Astronaut am Giebel, aufgenommen im Rahmen einer Betriebsreportage
Lely Discovery Collector bei der Reinigung eines Außenlaufhofes, aufgenommen im Rahmen einer Betriebsreportage
zwei Lely Astronuaut A5 in Reihe im Bestandsgebäude installiert, aufgenommen im Rahmen einer Betriebsreportage